Alte Sorten
Was wächst auf unseren Streuobstwiesen?
Kaiser Wilhelm: ein häufiger Gast in den Altbeständen meiner Streuobstwiesen: ein großer auffällig schöner Baum schwerbeladen mit großen roten Früchten, die an der Stielgrube stark mit große strahlenförmiger, braun- bis zimtfarbener Berostung versehen sind. Saftiger, säuerlicher und süßer Apfel, der im Oktober erntereif ist, aber schnell mehlig wird.
Schöner von Boskoop: der Name gibt Rätsel auf, denn eine Schönheit ist er nicht. Dieser spätreifende Lagerapfel mit markanter Säure ist robust, verlässlich und vielseitig einsetzbar. Mit seiner trockenen und rauhen Schale und seiner oft buckeligen Berostung ist er unverkennbar. Viele kennen ihn vor allem als Kompott- und Backapfel, aber auch in Most und Wein kann er bestechen. Diese Sorte gehört eigentlich zu den Renetten, wird auf Hochstämmen meist erst im Oktober geerntet und ist gut lagerfähig.
Rheinischer Bohnapfel: eine alte Sorte, die besonders stark im Rheinland vertreten ist. Aber auch in das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut passt sie prima. Optisch ist dieser Apfel nicht aufregend, aber sein Most und Wein sind hervorragend. Der Apfel ist klein bis mittelgroß und löst sich schwer vom Baum. So richtig schmeckt er erst nach langer Lagerung und vom Geschmak her ist er derb, hart, säuerlich und wenig süß.
Renetten: Es gibt derer viele auf unseren Streuobstwiesen: Goldrenette von Blenheim, Landsberger Renette, Kanadarenette, Baumanns Renette, Sternrenette und die graue Herbstrenette. Bei dieser Gruppe handelt es sich um meist große, flache, saftige und edelaromatische Äpfel. Die meisten Sorten sind im Oktober zu ernten und nicht für eine Lagerung geeignet.
Trierer Weinapfel: Der Name sagts ja schon: ein hochroter Apfel der wegen seiner kleinen Größe und guten Säure perfekt für Wein geeignet ist. Nach einer späten Ernte zeigt dieser kleine Apfel seine wahre Stärke und steht für Frische und Spritzigkeit.
Danziger Kantapfel: an Bäumen dieser alten Sorte wachsen wunderschöne, tiefrote und kantige Äpfel, die spät zu ernten sind. Die sehr aromatischen, saften und süßlich-säuerlichen Äpfel sind sowohl zum Essen wie Trinken lecker.
Gelber Bellefleur: eine alte Sorte, die zu den Calvill-Äpfeln gehört und spätreifende, winterharte, gute lagerfähige, aber auch für das Mosten geeignete Äpfel hervorbringt. Der Apfel hat charakteristischen 5 Rippen die vom Kelch ablaufen und oft etwas ungleichmäßig sind. Ansonsten ähnelt dieser gelbe Apfel mit Lenticellen optisch dem gelben Köstlichen. Die Moste haben einen süßen, herben und quitten- bis bananenähnlichen Geschmack.
Gravensteiner: Dieser frühreife, große gelbe bis rot marmorierte Apfel gehört zu den mittelfrühen Sorten und wird bereits im September geerntet. Sein toller Geruch lädt zum Reinbeißen ein, wir nutzen diese Sorte also zum Verzehren oder Marktverkauf.
Roter Eiserapfel: diese sehr alte Sorte mit robusten Bäumen und regelmäßigem Ertrag mag eher rauhes Klima. Die roten, großen Äpfel sind für Most und Wein perfekt geeignet. Bei guter Lagerung kann man diesen Apfel sogar noch im folgenden Sommer essen.
Berlepsch: das ist eine meiner Lieblingssorten, da sie wirklich sehr aromatisch ist. Die Blüte und Reife ist hier recht spät und der kleine bis mittelgroße, orange bis rot verwaschene Apfel hat eine raue, berostete Schale. Die Sorte ist sehr gut lagerfähig und als Saft hocharomatisch und weinig.
Gewürzluiken: eine sehr aromatische, stabile und robuate Sorte! Dieser spät reifende mittelgroße Apfel formt wunderschöne Bäume. Sein Geschmack ist süßlich, säuerlich und würzig zugleich. Deswegen ist er bestens fürs Keltern und für Cider geeignet.